Lak­to­s­ein­to­le­ranz: „Lak­to­sito“ | Koch­buch für Laktoseintolerante

“Lak­to­sito” ist ein Koch­buch für Per­so­nen mit Lak­to­s­ein­to­le­ranz. Die Auto­rin ist selbst betrof­fen und weiß des­halb wie kaum eine andere, wor­auf man beim  Ein­kau­fen und Zube­rei­ten von Spei­sen auf­pas­sen muss.

Vor mir liegt ein klei­nes aber fei­nes Taschen­buch, wel­ches mir von der Auto­rin Judith Grella und deren Ver­lag, dem Wag­ner Ver­lag, zur Ver­fü­gung gestellt wurde. Der Titel lau­tet “Lak­to­sito” und lässt auf­grund der Wort­spie­le­rei erah­nen, dass der Inhalt etwas mit Lak­tose zu tun hat. So ist es auch.

Lak­to­sito ist ein sehr umfang­rei­ches Koch­buch, wel­ches Per­so­nen, die unter einer Lak­torsein­to­le­ranz lei­den, zeigt, dass man trotz die­ser Krank­heit, wun­der­bar schlem­men kann.

Gleich am Anfang wird auch mit dem Irr­glau­ben auf­ge­räumt, dass wir ohne die “gute Kuh­milch” zu wenig Kal­zium auf­neh­men. Das Gegen­teil stimmt näm­lich eher. Um Kuh­milch ver­stoff­wech­seln zu kön­nen, benö­ti­gen wir mehr Kal­zium als die Milch ent­hält. Das heißt im Ergeb­nis, dass Kuh­milch unse­rem Kör­per sogar Kal­zium ent­zieht. Wer weiß das schon. Mit die­sen und noch viel mehr wis­sens­werte Details beginnt das Buch von Judith Grella.

Der Inhalt des Koch­buchs Laktosito

Vor dem eigent­li­chen Rezept­teil wid­met Lak­to­sito eini­gen ande­ren wich­ti­gen Ernäh­rungs­fra­gen ein eige­nes Kapitel:

  • Kräu­ter und Gewürze
  • Zwie­bel
  • Öle
  • Zucker
  • Zitro­nen
  • Toma­ten
  • Rot– und Weißwein

Rezept­teil von Laktosito

Der Rezept­teil ist sehr über­sicht­lich geglie­dert in fol­gende Kategorien

  • Kleine Viel­falt – hier fin­det man Salate oder Vorspeisen
  • Sup­pen und Co
  • Eier
  • Nudeln
  • Kar­tof­fel
  • Gemüse
  • Fleisch
  • Fisch
  • Sau­cen und Träumereien
  • Süßes

Man spricht immer davon, dass jemand unter einer Krank­heit lei­det. Man lei­det zum Bei­spiel an der Lak­to­s­ein­to­le­ranz. Wer die­ses fan­ta­sie­volle kleine Koch­buch besitzt, lei­det zumin­dest nicht beim Essen. Es ist schier unglaub­lich, was Judith Grella in 25 Jah­ren zusam­men­ge­tra­gen hat. Sie hat die Rezepte – wie sie schreibt – teil­weise selbst kre­iert und viele auch von Aus­lands­rei­sen mitgebracht.

Auch Rezepte der eige­nen Groß­mut­ter und Urgroß­mut­ter wur­den ins Buch mit auf­ge­nom­men. Rezepte aus Groß­mut­ters Zei­ten eig­nen sich beson­ders gut für die soge­nann­ten “Li’ler”, weil damals noch nicht so viel mit Sahne, Milch oder Crème frai­che gekocht wurde.

Die Rezepte schme­cken im übri­gen nicht nur den Men­schen mit Lak­to­s­ein­to­le­ranz son­dern auch nicht Betrof­fe­nen. Es ist des­halb eine Emp­feh­lung auch für die Per­so­nen, die gerne gut kochen, aber nicht unbe­dingt Dick­ma­cher wie Sahne ver­wen­den wollen.

“Win­ter­nu­deln” — Ein Rezept stell­ver­tre­tend für 230 Sei­ten leckere Vielfalt

Zuta­ten für die “Winternudeln”

  • Ein gro­ßer Wirsing
  • 4 Knob­lauch­ze­hen
  • 3 Zwie­beln
  • 300 Gramm Karotten
  • 6 Ess­löf­fel Öl
  • 1 Liter Hühnerbrühe
  • 300 Gramm Spiralnudeln
  • 400 Gramm Dörr­fleisch (vom Metz­ger des Vertrauens)
  • Meer­salz und buter Pfef­fer aus der Mühle
  • 1/2 Tee­löf­fel gemah­le­ner Kümmel
  • 1 Prise Ingwer

Zube­rei­tung der “Winternudeln”

  • Karot­ten und Wir­sing put­zen, waschen und in Strei­fen schneiden.
  • Knob­lauch und Zwie­beln schä­len und fein hacken.
  • Dörr­fleisch in kleine Wür­fel schneiden
  • in einem Topf das Öl erhit­zen und die Zwie­beln andünsten
  • Gemüse dazu­ge­ben, andüns­ten und alles mit Gewür­zen abschmecken
  • mit der Hüh­ner­brühe aufgießen
  • nach fünf Minu­ten des Kochens die Nudeln dazugeben
  • köcheln bis die Nudeln weich sind
  • zwi­schen­durch das Fleisch knusp­rig braten
  • Ein­topf in Tel­ler fül­len und den knusp­ri­gen Speck dar­über streuen.

Lak­to­sito ist ein Buch im Taschen­buch­for­mat mit 230 Sei­ten und kos­tet 18.80 Euro.

Man merkt gerade in den ein­lei­ten­den Arti­keln das Herz­blut der Auto­rin, der es wirk­lich wich­tig ist, dass Men­schen mit einer Lak­to­s­ein­to­le­ranz beim Essen auf keine Gau­men­freu­den ver­zich­ten müs­sen. Nur, warum nennt sich die Auto­rin selbst im Buch “Lak­to­sito” und nicht Judith Grellmann.

Das ist das ein­zige, was ich nicht so gelun­gen finde. Gerade wenn Betrof­fene von einer Betrof­fe­nen ler­nen, finde ich es per­sön­li­cher, wenn man direkt von die­ser Per­son ange­spro­chen wird und nicht von einem Neu­trum namens “Lak­to­sito”. An der her­vor­ra­gen­den Qua­li­tät des sons­ti­gen Inhalts, ändert dies natür­lich nichts. Es ist meine sub­jek­tive Meinung.

Dafür kann man dann aber umso mehr auf der Inter­net­seite des Wage­ner Ver­la­ges über Judith Grella erfahren.

Die Rezepte sind ein­ma­lig. Das Buch ist sehr emp­feh­lens­wert. Ein wun­der­ba­res Geschenk, wel­ches auf­grund sei­nes Erschei­nungs­da­tums garan­tiert noch unter kei­nem Weih­nachts­baum lie­gen konnte.

2 Kommentare

  1. Danke für den Bei­trag.
    Grüsse

  2. Dieter Hassenbach Trier

    Habe das Buch gekauft und finde es sehr gut gemacht. Auch die Rezepte sind lecker und las­sen sich leicht zube­rei­ten.
    Ihrem Arti­kel kann ich — in die­ser Form — nur zustim­men.
    Es ist auch ori­gi­nell, daß der kleine Koch „Lak­to­sito“ die Betrof­fe­nen humor­voll durch das ganze Buch führt.
    Viel­leicht geht die Auto­rin ja mit „Lak­to­sito“ noch auf wei­tere Rezepte-Reisen.

    Grüße von der Mosel an Sie und Ihr Team

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