Private Krankenkasse: laufen die Versicherten weg?
Es geht derzeit durch die Medien, dass private Krankenkassen einen ziemlichen Mitgliederschwund hinnehmen müssen. Laut dem AOK Chef ist die Zeit der privaten Krankenkassen sogar ganz vorbei.
Medienberichten zufolge, gab es 2011 einen Trend von der Privatkrankenkasse hin zur gesetzlichen Krankenkasse. Der umgekehrte Fall war seltener. Dem widerspricht der Verbandsdirektor der privaten Krankenkassen. Er sagt, es sei genau umgekehrt. Wie auch immer. Das muss sowieso jeder für sich selbst entscheiden, welche Versicherungsform er wählt. Die Wahl zur privaten Krankenkasse steht sowieso nicht jedem offen.
Folgende Zahlen waren bezüglich Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenkassen zu finden:
- Barmer GEK: 2011 gab es 27600 Neuzugänge, die der privaten Krankenkassen den Rücken gekehrt hatten. Dagegen stehen 18000 Mitglieder, die die GEK in Richtung privater Krankenkasse verlassen haben.
- Techniker Krankenkasse: Sie verzeichnete 68000 Zugänge von privaten Krankenversicherten bei insgesamt 41000 Neuzugängen. Das würde heißen, dass 27000 die TK verlassen haben.
Wer kann Mitglied einer privaten Krankenkasse werden
Sobald das Einkommen ein Jahr lang über der Versicherungspflichtgrenze liegt, kann man sich privat krankenversichern lassen. Wer selbständig ist oder als Beamter arbeitet, kann grundsätzlich Mitglied einer privaten Krankenkasse werden.
Kostensteigerung bei privaten Krankenkassen
Beitragssprünge bis zu 60 Prozent bescherten den privaten Krankenkassen schlechte Presse. Laut Ulrike Steckkönig vom “Finanztest” muss jemand, der sich mit 30 Jahren einer privaten Krankenkasse anschließt bis zum Rentenalter eine Verdreifachung der Beiträge akzeptieren und einkalkulieren.
Wie kann man von der privaten in die gesetzliche Krankenkasse wechseln
Viele Wechselwillige können ein Lied davon singen. Der Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenkasse ist nämlich nur in Ausnahmefällen möglich. Ab dem 55. Lebensjahr ist der Wechsel fast immer unmöglich.
Wer kann wechseln:
- Arbeitslose
- wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt
- wenn das Monatseinkommen unter 375 Euro liegt und man einen gesetzlich Versicherten heiratet
Können Kinder, die mit ihren Eltern zusammen privat versichert waren, wechseln?
Kinder, die einen versicherungspflichtigen Arbeitsplatz antreten, werden automatisch gesetzlich krankenversichert. Sie haben das Wahlrecht, in die private Krankenversicherung zu wechseln, wenn sie pro Jahr mehr als 50850 Euro verdienen.
Welche Kündigungsfristen müssen beim Wechsel von Krankenkassen beachtet werden
Grundsätzlich muss man mindestens 18 Monate lang Mitglied einer Krankenkasse sein, um wechseln zu können. Die Frist beträgt zwei Monate zum Monatsende.
Was muss man beim Wechsel in die private Krankenkasse wissen
Wie bereits erwähnt, muss man einkalkulieren, dass sich die Beiträge der privaten Krankenkassen im Laufe von 30 Jahren mindestens verdreifachen. Die günstigen Beiträge, die man anfangs bezahlt und die meist günstiger sind als die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse, sind zwar verlockend, aber sie bleiben nicht so günstig. Die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenkasse ist oft eine Entscheidung fürs ganze Leben, wenn man bedenkt wie schwierig ein Wechsel sein kann.
In einem Ratgeber der ARD können Sie mehr Infos zum Thema erhalten.
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