Welt­neu­heit: B12 Zahnpasta

Zähne putzender Mann

Vit­amin­man­gel­er­schei­nun­gen sind in euro­päi­schen Län­dern eher eine Sel­ten­heit gewor­den. Den­noch gibt es Per­so­nen­grup­pen, die einen erhöh­ten Vit­amin­be­darf haben, wozu Schwan­gere zäh­len oder Per­so­nen, die sich mangelernähren.

Häu­fig steht eine vegane Ernäh­rungs­weise, bei der auf die Zufuhr jeg­li­cher tie­ri­scher Erzeug­nisse ver­zich­tet wird, unter dem Ver­dacht, einen Vit­amin– und Nähr­stoff­man­gel ins­ge­samt zu begüns­ti­gen. Dass dem höchst­wahr­schein­lich nicht so ist, da gerade vegan lebende Men­schen einen ver­mehr­ten Auf­wand betrei­ben, voll­wer­tige und nahr­hafte Lebens­mit­tel zu sich zu neh­men, ist hin­ge­gen nahe­lie­gen­der. Denn auch ältere Per­so­nen oder Men­schen, die an einer chro­ni­schen Gas­tri­tis lei­den, kön­nen eine B12 Unter­ver­sor­gung haben — unab­hän­gig von ihrer Ernährungsweise.

Vit­amin B12-Mangel

Ein Man­gel am Vit­amin B12 kann aber selbst­ver­ständ­lich unter Vega­nern vor­kom­men, da die­ses Vit­amin vor allem in tie­ri­schen Pro­duk­ten ent­hal­ten ist. B12 spielt eine wich­tige Rolle bei der Zell­tei­lung und der Blut­bil­dung. Zudem ist es wich­tig für das Funk­tio­nie­ren des Ner­ven­sys­tems. Ein Man­gel an Vit­amin B12 kann sich durch Krib­beln und Käl­te­ge­fühl in den Glied­ma­ßen äußern. Aber auch all­ge­meine Erschöp­fungs– und Schwä­che­ge­fühle kön­nen ein Vit­amin b12-Mangeln als Ursprung haben oder die Ent­ste­hung unan­ge­neh­mer Apt­hen im Mund­raum oder Genitalbereich.

Um dem zu begeg­nen, wird der­zeit eine Zahn­pasta getes­tet, die B12 ent­hält. Der Vege­ta­rier­bund (VEBU) hat diese Neu­heit unter ande­rem in Zusam­men­ar­beit mit Prof. Dr. Claus Leitz­mann von der Uni­ver­si­tät Gie­ßen und Dr. Mar­kus Kel­ler vom Insti­tut für alter­na­tive und nach­hal­tige Ernäh­rung (IFANE) ent­wi­ckelt. Der­zeit wird die B12 Zahn­pasta an Frei­wil­li­gen getestet.

Vor­stel­lung der Vit­amin B12-Zahnpasta auf der Veg­gie­World 2012

Auf der Veg­gie­World 2012 wer­den nun einige erste For­schungs­er­geb­nisse zu der Vitamin-Zahnpasta vor­ge­stellt wer­den. Erfüllt die Zahn­pasta die Erwar­tun­gen, könnte künf­tig auf die zusätz­li­che Ein­nahme von spe­zi­ell B12 ange­rei­cher­ten Lebens­mit­teln, Ergän­zungs­prä­pa­ra­ten oder Sprit­zen ver­zich­tet wer­den — und das allein durch täg­li­ches Zäh­ne­put­zen. Ein durch­aus ange­neh­mer Neben­ef­fekt, den sicher­lich auch nicht vegan lebende Men­schen begrü­ßen dürf­ten. Auf­trag­ge­ber die­ser Stu­die soll ein nam­haf­ter Natur­kos­me­tik­her­stel­ler sein.

Gestal­tet sich doch die Ver­sor­gung mit B12 durch die Ernäh­rung für diese Gruppe wie bereits erwähnt als schwie­rig. Kann das Vit­amin tat­säch­lich in aus­rei­chen­der Menge durch die Mund­schleim­haut auf­ge­nom­men wer­den, wäre die Ent­wick­lung die­ser Zahn­creme ein gro­ßer Fortschritt.

Stu­di­en­teil­neh­mer für B12 Zahn­pasta gesucht

Wenn Sie Inter­esse haben, an der Stu­die teil­zu­neh­men, kön­nen Sie sich beim Deut­schen Vege­ta­rier­bund mel­den. Um an der Stu­die teil­zu­neh­men, ist ein Blut­test vor und nach dem Pro­dukt­test erfor­der­lich, den sie von ihrem Haus­arzt durch­füh­ren las­sen kön­nen. Diese Tests ermög­li­chen rela­tiv gute Kon­troll­werte, die essen­ti­el­ler Teil der Wirk­sam­keits­stu­die sind. Die Kos­ten hier­für lie­gen bei unge­fähr 120 Euro, die von den Test­per­so­nen selbst oder vom Vege­ta­rier­bund über­nom­men wer­den können.

[IMG © flickr / tri­non­sense cc]

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